18. Celler BKK Triathlon 2004
Torsten Glorius
 

Am Sonntag, den 22. August hatte ich das seltene Glück, in diesem sonst eher von Wettkampfausfällen geprägten Jahr, ein fantastisches Event in unmittelbarer Nähe erleben zu dürfen: Der 18. Celler BKK Triathlon 2004. Die für mein empfinden eher (zu) kurze Distanz, von 600 m Schwimmen, 20 km Fahrradfahren und 7 km Laufen sollten sich zum - bisher - angenehmsten Wettkampf in diesem Jahr mausern. Aber fangen wir von Anfang an...

Nachdem in mich einige Wochen zuvor entschlossen hatte, den Celler Triathlon zwischen den beiden Olympischen Distanzen in Leipzig und Hamburg als wettkampfspezifische Trainingseinheit einzubauen, klingelte am Sonntag um 06:00 Uhr der Wecker. Soweit also nichts besonderes, fast wie jeder Morgen vor einem Rennen. Anders aber diesmal die Tatsache, das ich dabei in meinem Bett lag und als erstes unter meine Dusche ging, um danach in meiner Küche einen Kaffee zu trinken. OK, das dürfte reichen um die Vorzüge nahe gelegener Events zu beleuchten ;-)

Um halb acht nahm ich, bewaffnet mit einem Rücksack und schon in voller ‚Kampfmontur' den um diese Zeit noch völlig leeren Zug, der mich und mein Bike innerhalb von 20 Minuten nach Celle brachte. Ein freundlicher Celler wies mir den Weg zum Stadion, dass ich nach 5 Minuten per Rad erreichte. Komisch nur, dass ich kein andres Rad mit Aerolenker auf dem Weg gesehen hatte...

Das Stadion war absolut leer und weit und breit kein Zeichen einer Veranstaltung. Da die Meldezeit in 30 Minuten ablaufen sollte, wurde ich nun doch noch etwas nervös. Beherz schwang ich mich zurück aufs Rad und rollte in Richtung Zentrum. Nach einem Blick auf eine Infotafel wusste ich, wo ich das ‚richtige' Stadion finden würde und nach weiteren 15 Minuten war ich auch da. Hier bereiteten sich in zwischen über 400 Teilnehmer auf das Rennen vor. Nach der Akkreditierung begab ich mich über die übliche Fahrrad-Kontrolle in die Wechselzone und bereitete mein Material vor. Mit 15 Minuten Verspätung (schön, dass der Ausrichter sich nicht von einigen nervösen Teilnehmern antreiben lies!) startete die Wettkampfbesprechung. Jetzt wusste ich auch, dass ich in der 2. Welle starten würde und langsam wurde ich ruhiger und die Vorbereitungshektik wich dem bekannten ‚kribbeln im Bauch'.

Zusammen mit zwei weiteren Startern aus meiner Altersgruppe ging ich von der Wechselzone zum Schwimmstart. Da die Wechselzone gleichzeitig Schwimmziel war, und der Fußweg entlang der Aller führte, konnte man die 1. Teilstrecke schon mal in Augenschein nehmen. Durch den heftigen Regen am Vortag wirkte der langsam fließende Fluss jedoch eher schmuddelig und wenig Vertrauen erweckend. Am Schwimmstart angekommen, konnten wir den Kleiderbeutel mit den Badelatschen, die den Weg über den feinen Schotter erträglich gemacht hatten, in einem bereitgestellten Bus abgeben.

Über eine Decke, die dem schlüpfrigen Ufer ausreichend Halt für den Einstig in die Aller gab, ging's dann ins Wasser. Gemessen wurden an diesem Morgen offiziell 18 °C, aber ich hätte, nach der ‚gefühlten Temperatur' gefragt, sicher höchstens von 10°C gesprochen und in diesem Moment war ich gar nicht mehr sicher, ob die Entscheidung bei der kurzen Strecke auf den Neo zu verzichten so glücklich gewesen war. Der Schock hielt aber nicht lange vor, denn der Startschuss erfolgte unmittelbar nach den ersten Schwimmzügen. Für mich bedeutete das wie üblich, das ich mich Brustschwimmend hinter dem großen Feld einreihte und nur wenige Schwimmer überholte und wie jedes mal habe ich mir auch diesmal geschworen, endlich das Schwimmtraining zu intensivieren und ordentlichen Freistil zu lernen... Nach der kurzen Strecke lediglich 14 Minuten später verließ ich wie immer glücklich das Wasser, um auf dem nassen Gras am Ausstieg eine akrobatische Einlage in Form einer Flugrolle zu absolvieren. Noch bevor ich mich aufgerappelt hatte, riefen mir glücklicher Weise einige Zuschauer zu, ich sei nicht er erste gewesen, somit beschäftige mich dieser Ausrutscher auch nicht weiter. Mit durch das kalte Wasser noch leicht verkrampften Beinen erreichte ich die Wechselzone, trocknete kurz Kopf und Füße ab, um diese nach etwas mehr als 2 Minuten mit dem Rad in Richtung Innenstadt zu verlassen - Nein, nicht Kopf und Füße, die Wechselzone! ;-)

Auf dem Rad fand ich schnell meinen Rhythmus und war in der brennenden Sonne bald wieder auf ‚Betriebstemperatur'. Jetzt konnte ich meine Stärke ausspielen und fuhr getreu dem alten Rennradlermotto ‚Kette rechts!'. So tastete ich mich im Teilnehmerfeld nach dem erwartet schlechten Schwimmergebnis (Platz 301 der Gesamtwertung) weiter nach vorne. Auf einer interessanten und trotz der fehlenden Vollsperrung perfekt durch die Helfer gesicherten Strecke, konnte ich mich auf den 20 Radkilometern um einige Plätze verbessern.

Zurück am Stadion ging es erneut in die Wechselzone, um auf Schusters Rappen umzusteigen. Die selbstgestoppten Wechselzeiten - leider hatte ich beim Rad- und Laufwechsel die offizielle Zeitnahme versäumt - waren dank der kurzen und aufgeräumt gestalteten Wechselzone erfreulich schnell. Währen ich vor zwei Wochen in Leipzig auf der olympischen Distanz noch über 4 Minuten für den Rad-/Laufwechsel brauchte, war es diesmal in weniger als 2 Minuten möglich!

Die Laufstrecke führte wieder entlang der Aller, auf einem unbefestigten aber gut begehbaren Schotterweg, parallel zur Schwimmstrecke bis zum Lutherplatz, um danach zurück zum Stadion und wieder in die Wechselzone zu verlaufen. Auf der Strecke waren neben den Verpflegungsstationen einige besondere Aufmerksamkeiten durch die Helfer installiert worden. So sorgte am Wendepunkt eine Wasserfontäne, unter der man im Laufen Abkühlung fand, für Begeisterung unter den Teilnehmern. Je näher man dem Stadion kam, desto mehr war von der Begeisterung der Zuschauer zu spüren, die die Teilnehmer auf der abschließenden Runde im Stadion zum Endspurt motivierte und fast wie auf Flügeln in Ziel trug. So erreichte ich auf Platz 165 der Gesamtwertung nach 1:40.52 glücklich und begeistert das Ziel.

Bleibt nur allen Beteiligten und Organisatoren ein großes Lob für den kleinen aber feinen 18. Celler BKK Triathlon auszusprechen und sich aufs nächste Jahr zu freuen! Celle, wir sehen uns wieder, spätestens zum 19. Triathlon in 2005, aber wahrscheinlich schon vorher, z.B. zum Inline Marathon, oder, oder, oder... Gelegenheiten gibt's ja genug!