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| Holsten City Man | |||
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von
Torsten Glorius
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05. September 2004, dass war das Datum des diesjährigen Holsten City Man und für mich die erste Teilnahme am Jedermannrennen über die olympische Distanz (1,5 - 40 - 10) im Rahmen des ITU World Triathlon Cup Hamburg. Als mein letzter Wettkampf in diesem Jahr, war es gleichzeitig ein unvergessliches Erlebnis und getreu dem Motto des Veranstalters gilt auch für mich: Das Ziel ist klar: 2005 gibt's ein Wiedersehen! In diesem Jahr stand die Wettkampfteilnahme in Hamburg für mich leider unter keinem guten Stern. Wie schon im Rest des Jahres kam auch diesmal kurz vor der abschließenden Vorbereitung etwas dazwischen. Durch einen Defekt am Auto hatte ich bis Samstag keine Gelegenheit mein Equipment nach Hamburg zu transportieren, also begann das Programm für mich am Sonntag schon um 04:00 Uhr morgens, als ich nach der - wie gewöhnlich unruhigen - Nacht vor dem Wettkampf zur Notakkreditierung Richtung Hamburg startete. Nach knapp 1,5 Stunden kam ich am Jungfernstieg an, der um diese Zeit noch mit dem PKW erreichbar war. Nach Anmeldung und Abholung der Startunterlagen suchte ich mir etwas abseits vom Getümmel in einer Nebenstraße einen Parkplatz und nutzte die Gelegenheit mir einen ersten Eindruck vom Start-Ziel-Bereich zu verschaffen. Die Organisatoren hatten ganze Arbeit geleistet und ich bekam einen ersten Eindruck von der Größe und Professionalität dieser Veranstaltung. Langsam kam etwas Lampenfieber auf und ich ging zurück zum Auto, um in den ersten warmen Sonnenstrahlen mein Equipment zur Abgabe in der Wechselzone vorzubereiten. Um kurz vor acht (ab 8:00 Uhr durfte meine Startgruppe in die Wechselzone) machte ich mich auf den Weg zur Radabgabe. Der Radcheck beschränkte sich auf einen kurzen Blick der Helfer, aber das hatte ich wohl nur dem Umstand zu verdanken, dass man meinem Bike noch ansieht, dass es erst wenige Wochen alt ist. In der Wechselzone standen große gelbe Postkästen zur Aufnahme von Rad und Laufkleidung bereit, die neben den Rädern abgestellt wurden. Alles da ... bis auf das Top und die Flasche am Rad war auch noch leer! Also zurück zum Auto - bis zum Start um 10:30 Uhr war ja noch genug Zeit - und das Nötigste für ‚Danach' in den Kleiderbeutel gepackt. Nach dem Umziehen ging ich, mittlerweile bewährt mit dem hüfthoch geschlossenen Neo, noch an einen der Verkaufsstände und schnappte mir eine Flasche mit Inhalt sowie eine Handvoll Squeezies, die ich noch schnell in der Wechselzone deponierte. 20 Minuten vor ‚Meinem' Start - gestartet wurde in Wellen zu 150 Startern ab dem Anlieger am Jungfernstieg - war ich im Startbereich und bemühte mich, in einem letzten ‚Smalltalk' mit anderen Teilnehmern die Nervosität zu überwinden. 5 Minuten vor dem Start - ab einer etwa 10 Meter vor dem Steg im Wasser gespannten Leine - hieß es Neo zu und ab ins Wasser! Als ich von der letzten Stufe rutschte, bekam ich durch einen unfreiwilligen Schluck aus der Binnenalster einen ersten ‚Vorgeschmack' auf die nächsten 45 Minuten: Schmeckt nach Fisch, riecht nach Ente und ist angenehm warm... Als Brustschwimmer reihte ich mich jetzt hinter den übrigen Schwimmern ein, denn dem Getümmel im Wasser bei Start kann ich nicht besonders viel abgewinnen. Schnell noch das Ritual des Moderators beim Start "Athleten, seid Ihr bereit? - JAAAAA! - Zuschauer Ihr auch? - JAAAAA! - Na, wer war diesmal lauter?" und schon wurde mit einem Horn der Start freigegeben. In Erinnerung an das Schwimmen im Kulkwitzer See in Leipzig vor vier Wochen versuchte ich diesmal nicht ‚dranzubleiben', sondern von Anfang an einen für mich passenden und ökonomischen Stil zu finden. Das gelang auch nach kurzer Zeit und ich fühlte mich recht gut, wohl wissend, dass mich die Schnellsten der 10 Minuten später startenden letzten Welle sicher noch einholen würden. Die Schwimmstrecke führte aus der Binnenalster durch den mittleren Bogen der Kennedybrücke, um 2 Bojen in der Außenalster nahe der Lombardsbrücke und zurück. Das Schwimmen unter den Brücken, besonders das eigenartige Geräusch und das tiefschwarze Wasser, hinterließen bei mir ein beklemmendes Gefühl. Nach der Kehre um die 2. Boje in der Außenalster hatten mich die schnellen Schwimmer der letzten Startwelle eingeholt und zogen an mir vorbei. In dem Getümmel musste ich wie erwartet noch etwas ‚Wasser nehmen', kam aber glimpflich davon und erreichte nach 45 Minuten den Steg nahe der Schleuse am Rathausmarkt. Gestützt von Helfern ging's in einem leichten Bogen auf den Ballindamm in die Wechselzone. Das am Ausstieg angebotene Wasser der ersten Verpflegungsstelle nahmen nur wenige an, auch ich habe lieber zu etwas mit Geschmack gegriffen... ;-)) Spätestens bei diesem Wechsel wurde mir klar, das der günstig über Ebay gekaufte Orca Speedsuite definitiv eine halbe Nummer zu klein ist. Nach dem erfolgreichen Kampf mit dem Gummi kostete mich auch das eng anliegende Top auf dem feuchten Oberkörper einige Nerven und kommt zukünftig wohl von Anfang an unter die Gummihaut. Jetzt ab aufs Rad und ich verließ die Wechselzone nach endlosen 7,5(!) Minuten in Richtung Altstadt. Nach einer Tunneldurchfahrt ging's in Richtung St. Pauli und über die Reeperbahn, um auf der Elbchausee in Richtung Flottbeck zum Wendepunkt zu kommen. Verblüffend wie viele ‚Berge' Hamburg zu bieten hat! Einige der Anstiege auf der Strecke waren sehr anspruchsvoll. Hier konnte ich meine Stärke ausspielen und an den längeren Anstiegen ‚beißen', was im Gegensatz zum Platz 336 meiner Altersgruppe bei den Schwimmern immerhin für Platz 185 unter den Radfahrern reichte. Nach 1:16.20 und einer weiteren Runde zwischen Altstadt und Flottbeck waren die 40 km geschafft und ich sprang an der Wechselzone vom Rad. Jetzt kam es dicke: ca. 25 Meter von meinem Wechselplatz entfernt, öffnete ich den Kinnriemen des Helms. Einer der Kampfrichter winkte mich zu sich rüber, befahl mich an die Seite und forderte mich auf den Helm wieder zu schließen bis mein Rad im Ständer hängt. Recht hatte er ja, aber diese Aktion verhalf den letzten 10 bis 15 die ich auf der Radstrecke überholt hatte zu einem erneuten Vorsprung und ich war stinksauer... Schnell raus aus den Radschuhen, in die Laufschuhe und knapp 5 Minuten später ging's auf die Laufstrecke entlang der Alster in Richtung Rotherbaum. Jetzt bekam ich die Vor- und Nachteile des späten Starts zu spüren. Einige der Helfer waren mittlerweile sehr unaufmerksam und die Einhaltung der Streckenführung wurde vor allem durch Zurufe der Zuschauer sichergestellt. Auch die Sonne brannte mittlerweile unbarmherzig auf die Strecke und ich war nur froh, mein weißes Kopftuch mit dem langen ‚Sahara-Lappen' im Nacken dabei zu haben! Trotzdem war dies der schönste Teil des Rennens, denn die Zuschauer waren in Erwartung der Profiathleten die ab 14:00 Uhr starten sollten völlig aus dem Häuschen und machten eine wahnsinnige Stimmung, die gar keine Ermüdung aufkommen ließ. Nach 50 Minuten hatte ich die 10 km fast geschafft und bog auf die letzte Gerade zum Rathausmarkt ein. Hier standen die Menschen dicht gedrängt und die Tribünen am Ziel waren übervoll, laut Presse waren das 140.000 Zuschauer! Getragen vom Jubel und den Anfeuerungsrufen holte ich noch einmal tief Luft und überholte im Schlusssprint drei Läufer, was mir nach einem Luftsprung ins Ziel und 3:05.50,2 den Platz 288 in der Altersgruppe der Senioren 1 (40 - 44 jährige) sicherte. Fazit: Hamburg ist Geil! Triathlon ist Geil! Und ich bin 2005 sicher wieder dabei ... nur dann nicht mehr als Brustschwimmer! |
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