19. Silvesterlauf Großburgwedel
2004

Der letzte Tag des Jahres versprach schon beim Frühstück kein attraktives Laufwetter für den Schönwetter-Läufer aus Hänigsen. Wolken, immer mal wieder Nieselregen und Wind ließen bei mir einfach keine Lauflust entstehen. Erst der Blick auf die Waage, dann der Gedanke, dass ich in letzter Zeit einige Male beim Training nicht dabei war, brachte mich zur sofortigen, mentalen Anmeldung für meinen ersten Silvesterlauf.

Da ich von dieser Veranstaltung keine Ausschreibung oder sonstige Informationen außer "14.00h, Springhorstsee" hatte, wollte ich mich noch rasch mit Hilfe von Google informieren. Da war aber leider nicht viel zu holen. Verschiedene Suchbegriffe brachten mir bei "Veranstaltungen Burgwedel, Silvesterlauf Großburgwedel" die Topinformation "31.12.2004". Nix weiter. Na super! Keine Telefonnummer - keine Kontaktadresse - keine Startzeit. Andere Suchergebnisse hatten ähnlichen Informationsgehalt.

Eine Stunde später setzte ich mich mit meiner Frau in´s Auto. Motor an. Scheibenwischer an. Kurs Springhorstsee, Geheimveranstaltung. Durch das Schild "Springhorstsee" an der Bissendorfer Straße war der Start aber ohne weiteres auffindbar. Mit einem großen Parkplatz direkt neben der Start-/Ziellinie! Berlin-Marathon-Teilnehmer können von solchen örtlichen Verhältnissen sicher jahrelang träumen.

Startnummern gab´s im Hotel Springhorstsee auf der anderen Seite vom "Ersten Mühlenbruchdamm" (erster Abschnitt der Laufstrecke). Mit der angesteckten Nummer vor dem Bauch und der Kamera regensicher in der Tasche machten wir uns auf die Suche nach weiteren Spargelsprintern. Vor dem Start wollte ich ja noch unbedingt ein Foto vom kompletten Spargelteam haben. In der letzten Minute tauchte dann der fünfte Athlet auf. Erneute Aufstellung. Knips. Fertig - und rein in´s Starterfeld.

Die SpargelathletenErster Mühlenbruchdamm

In der Zwischenzeit hatte Herr Otto Bahlo, Bürgermeister von Burgwedel, seine Pistole mit einer ordentlichen Silvesterfüllung versehen, um dann mit einem Riesenkracher 176 Teilnehmer auf die 6.170 Meter zu schicken. Auf Wirtschafts- und Waldwegen ging es dann auf einem etwa-Rechteckkurs in einiger Entfernung um den See. Die vierte Ecke war abgeflacht und verlief 200 Meter parallel zur Autobahn 7, Richtung Kassel. Nach Verlassen der A7 ging es dann schnurgerade auf dem Weg "Erster Mühlenbruchdamm" direkt zum Ziel.

Für die Strecke habe ich selbstgestoppte 29:47 gebraucht. In der HAZ war Matthias mit 25:03 als 3. in der Altersklasse M40 aufgeführt. Ralf wurde von seinem Sohn Marc so unter Leistungsdruck gesetzt, dass er nicht dazu kam, auf die Stoppuhr zu drücken und Henning wartet noch auf die Ergebnisliste vom Veranstalter.

Wegen des feuchtkühlen Wetters blieben die Athleten nur kurz für einen heißen Tee zusammen um dann rasch die heimatliche Dusche anzusteuern.

Rainer Lingemann