Spielbanken-Halbmarathon Hannover
 
8.5.2005
 

Manche Läufe sind besser als andere, und dies war definitiv einer von den sehr guten. Hatten die frühmorgendlichen Temperaturen von unter 5 Grad zunächst noch für eher verhaltene Stimmung gesorgt, stieg die Laune immer mehr, je näher der Starttermin rückte. Mit ca. 4000 Startern war die 21,1 km-Strecke der Lauf des Spielbanken-Marathons mit der höchsten Teilnehmerzahl, und auch die Spargelsprinter waren hier mit zwei Läufern am Start. Ralf hatte sich eine Zeit von unter 1:30 Stunde vorgenommen (und natürlich geschafft). Ich selber wollte versuchen, meine bisherige Bestzeit zu unterbieten und die Halbmarathondistanz diesmal in unter 2 Stunden zu bewältigen. Zunächst galt es jedoch, die Startunterlagen abzuholen, die Kleidungsfrage zu klären und sich für den Wettkampf umzuziehen.

All dies ging zügig vonstatten und so blieb auch ausreichend Zeit für etwas Smalltalk und einen Rundgang durch die Marathonmesse mit ihren zahlreichen Verkaufsständen. Vorwettkämpfliche Schlangen vor den Dixie-Häuschen gehören bei größeren Laufveranstaltungen unbedingt dazu, so auch hier, aber als routinierte Wettkampfteilnehmer konnten wir durch rechtzeitiges Erscheinen jeglichen Stress vermeiden.

Pünktlich um 9:00 Uhr fiel dann der Startschuss und das Läuferfeld setzte sich in Richtung Maschsee in Bewegung. Da ich im Starterfeld im letzten Drittel platziert war, dauerte es nach dem Startschuss gut drei Minuten bis auch ich die Startlinie laufend überquerte. Schon auf den ersten Kilometern hatte ich das Gefühl, dass dies ein guter Lauf werden würde: es lief quasi von alleine. Spontan spürte ich den Impuls es doch etwas schneller anzugehen, was ich dann aber (zunächst) doch nicht tat, da ich mir vorgenommen hatte, meine Kräfte einzuteilen und "mein Tempo" über die gesamte Distanz gleichmäßig durchzulaufen. Hierbei bewährte sich einmal mehr der neu angeschaffte Herzfrequenzmesser. Nachdem ich bei Kilometer 15 einerseits sehr gut in der Zeit lag und mich gleichzeitig immer noch sehr gut fühlte, war ich mir nunmehr sicher, dass an diesem Tag noch mehr drin war. Also warf ich alle bis dahin durchgehaltenen Vorsätze über Bord und zog das Tempo an. Auf dem letzten Kilometer hatte ich sogar noch die Reserven für einen ordentlichen Endspurt, bei dem ich noch eine ganze Reihe anderer Läufer überholen konnte (macht Spaß, sollte ich vielleicht öfter probieren!). Am Ende kam ich dann mit einer Nettozeit von 1:50:08 ins Ziel und hatte mein selbst gestecktes Ziel damit locker übertroffen. Auch war ich bei weitem nicht so kaputt wie bei früheren langen Läufen und so schmeckte das im Zielbereich ausgeschenkte Weißbier aus der bayerischen Kleinstadt Erding (alkoholfrei, versteht sich) besonders gut.

Aber es ist nicht nur die erreichte Zeit, die mich ein positives Fazit dieses Laufes ziehen lässt. Ein Stadtlauf mit mehreren tausend Teilnehmern, einem munteren Rahmenprogramm und, zumindest im Innenstadtbereich, reichlich Zuschauern und guter Stimmung an der Strecke hat eben sein eigenes Flair. Die gute Organisation der Veranstaltung und die Tatsache, dass das Wetter mitspielte, taten ihr übriges. An diesen Lauf werde ich mich sicher immer wieder gerne erinnern.

Henning